Politische Werbung 2027: Unter Zeitdruck und zwischen Gesetzen und Plattformrichtlinien
Debbie Ramseier, CEO bei der Adveritas, im Interview zum Thema «Politische Werbung».
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Elisabeth Dietzsch
Zusammenfassung – lesbar in 30 Sekunden
Politische Werbung bleibt in der Schweiz auch 2027 auf wichtigen digitalen Plattformen möglich. Gleichzeitig erschweren neue Vorgaben zu Transparenz, Targeting, Tracking und Datenverarbeitung die Planung.
Besonders bei Meta und Google gilt: Nur weil politische Werbung zulässig ist, stehen nicht automatisch alle Funktionen für Personalisierung und Retargeting zur Verfügung.
Für Parteien, Verbände und Organisationen wird deshalb der Vorlauf wichtiger. Plattformwahl, Autorisierungen, Tracking und Mediamix sollten früh geprüft werden, damit technische oder regulatorische Einschränkungen nicht erst kurz vor Kampagnenstart zu Problemen führen.
Mit Blick auf die Nationalratswahlen 2027 gewinnt die Frage an Bedeutung, wie politische Kampagnen in der Schweiz geplant werden können. Dabei tragen digitale Kanäle eine hohe Relevanz, bergen aber auch ihre eigenen Herausforderungen. Denn politische Werbung ist auf wichtigen Plattformen möglich, gleichzeitig gelten bei Meta, Google und anderen Anbietern spezifische Regeln für politische Inhalte.
Für Parteien, Verbände und Organisationen bedeutet das vor allem eines: Politische Kampagnen brauchen heute zunehmend mehr technische und regulatorische Vorbereitung.

Zur Person:
Debbie Ramseier beschäftigt sich als CEO bei der Adveritas seit mehreren Jahren mit der Planung und Umsetzung crossmedialer Kampagnen. In ihrer Arbeit begleitet sie Kunden bei der Wahl geeigneter Kanäle, der Mediaplanung und der technischen Umsetzung von Kampagnen auf Plattformen wie Meta, Google, im Programmatic Advertising und Print. Dadurch kennt sie sowohl die strategischen Möglichkeiten als auch die praktischen Einschränkungen.
Im Gespräch ordnet sie ein, weshalb politische Kampagnen vor allem digital anspruchsvoller geworden sind und was Organisationen mit Blick auf die kommenden Wahlen frühzeitig berücksichtigen sollten.
Debbie, politische Werbung ist in der Schweiz digital weiterhin möglich. Warum ist sie trotzdem komplizierter geworden?
Weil «Werbung schalten dürfen» heute eigentlich nur noch ein Teil der Gleichung ist. So ermöglichen beispielsweise Meta und Google politische Kampagnen in der Schweiz grundsätzlich weiterhin, gleichzeitig gelten zusätzliche Anforderungen an Transparenz, Autorisierung, Zielgruppen und an die Datenverarbeitung.
Hinzu kommt, dass jede Plattform eigene Regeln festlegt. Für Kampagnenverantwortliche reicht es deshalb nicht, nur den rechtlichen Rahmen in der Schweiz zu kennen. Entscheidend ist, welche Funktionen eine Plattform bei politischen Inhalten tatsächlich zur Verfügung stellt und welche eingeschränkt sind. Und die nächsten Änderungen kommen bestimmt schon auf uns zu.
💡 Neugierig? Unsere aktuelle Übersicht zu Regeln für Politische Kampagnen gibt es hier: Digitale politische Kampagnen Schweiz 2026: Was geht, was nicht?
Was bedeutet das konkret für die Kampagnenplanung?
Dass der Kanalmix sowie die technischen und regulatorischen Fragen nicht erst kurz vor dem Kampagnenstart geklärt werden dürfen. Solche Fragen sind Teil der strategischen Planung und nicht nur technische Details kurz vor dem Go-Live. Gerade mit Blick auf die Nationalratswahlen 2027 sollten Parteien, Verbände und Organisationen früh prüfen, auf welchen Plattformen sie kommunizieren wollen und welche Voraussetzungen dort gelten.
Dazu gehören Autorisierungen, Disclaimer und Plattformfreigaben aber auch praktische Fragen: welche Trackingmöglichen stehen zur Verfügung? Welche Zielgruppenfunktionen können wir tatsächlich nutzen? Diese proaktiven Abklärungen haben direkten Einfluss auf die Mediaplanung. Wenn beispielsweise ein geplantes Website-Retargeting nicht oder nur eingeschränkt funktioniert, sollte das nicht erst während der laufenden Kampagne auffallen. Die Kampagnenarchitektur muss von Beginn an so aufgebaut sein, dass Reichweite und Wirkung auch ohne einzelne Targeting- oder Trackingfunktionen sichergestellt werden können.
Warum wird ein crossmedialer Ansatz dabei immer wichtiger?
Weil einzelne Kanäle zunehmend unterschiedlichen technischen, regulatorischen und buchungsseitigen Rahmenbedingungen unterliegen. Paid Social kann weiterhin ein wichtiger Bestandteil sein, sollte aber je nach Kampagnenziel mit Search, Programmatic, eigenen Kanälen oder klassischen Medien kombiniert werden. So verteilt man die Kommunikation breiter und macht sich weniger abhängig von einzelnen Plattformen.
Bei Out of Home und Print kommen dann nochmals ganz andere Faktoren dazu. Dort muss man beispielsweise Buchungszeitfenster früh mitdenken, damit eine Kampagne wirklich zur richtigen Zeit und am richtigen Ort sichtbar ist. Genau dieses Zusammenspiel macht am Ende eine gute Mediaplanung aus.
Warum sollte man bei diesem Mehraufwand nicht einfach auf digitale Kanäle verzichten?
Weil digitale Kanäle trotz der zusätzlichen Vorgaben nach wie vor sehr viel leisten können. Sie ermöglichen Reichweite, eine gezielte Ansprache und vor allem eine flexible Steuerung während der laufenden Kampagne.
Spannend wird es besonders im Zusammenspiel mit klassischen Medien wie Print, Radio, TV oder Out of Home. So lassen sich unterschiedliche Zielgruppen über mehrere Kontaktpunkte erreichen und Botschaften gezielt verstärken.
Bei Adveritas verfügen wir über entsprechende Erfahrung und unterstützen unsere Kunden genau dabei: politische Kampagnen frühzeitig sauber zu planen, die passenden Kanäle zu wählen, technische wie regulatorische Anforderungen von Beginn an mitzudenken und die Kampagnen anschliessend vorschriftengerecht umzusetzen.
Sie möchten Unterstützung bei einer Kampagne, die zielgerichtet und effizient für Sie wirbt? Jetzt Adveritas unverbindlich kontaktieren:
Tel. Nr.: 031 529 29 29
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Autor
Elisabeth Dietzsch
Elisabeth Dietzsch ist Digital Sales Managerin bei Adveritas und beschäftigt sich mit der Planung, Umsetzung und Weiterentwicklung digitaler Kampagnen. Ihr Fokus liegt auf wirkungsvollen Mediastrategien, datenbasierter Optimierung und der Frage, wie neue Plattformen und Technologien sinnvoll in den Kampagnenmix integriert werden können.

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